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Wetten wie ein Profi
Einzelwetten statt Kombiwetten spielen! Damit wäre das wesentliche Erfolgsrezept von Profiwettern bereits preisgegeben. Viele Hobbywetter lassen sich immer wieder von den hohen Koeffizienten blenden die entstehen wenn man Kombiwetten spielt. Es ist durchaus keine Seltenheit, dass Wettscheine mit 10 und mehr Spielen darauf mit Niedrigsteinsätzen abgegeben werden, in der Hoffnung durch den hohen Multiplikationsfaktor der dadurch entsteht quasi übernacht zum Großverdiener zu werden.
Der entscheidende Denkfehler bei einer solchen Spielweise ist, dass Wetter häufig lediglich nur nach dem Bauchgefühl Wetten auswählen und mathematische Überlegungen (vor allem die Wahrscheinlichkeitsrechnung) vollkommen außer Acht lassen. Grundüberlegung vor einer jeden Wettabgabe sollte die Eintrittswahrscheinlichkeit des getippten Spielausgangs sein. Dazu sollte man sich Basiswissen über die Aussagekraft von Wettquoten aneignen. Jede Wettquote ist ein Ausdruck der Eintrittswahrscheinlichkeit aus Sicht des Wettanbieters bei dem man den Tipp platziert. Eine Wettquote von in etwa 1,1 sagt aus, dass der Wettanbieter die Wahrscheinlichkeit bei ca. 90% sieht. In der Regel liegt die Einschätzung eines Buchmachers relativ Nahe an der realen Eintrittswahrscheinlichkeit, was sich vor allem durch die Erfahrung eines guten Wettanbieters begründen lässt. Wettscheine die mit vierstelligen Koeffizienten „protzen“ haben demnach nur eine sehr geringe Gewinnchance. Doch auch Kombiquoten im niedrigeren zweistelligen Bereich sind in der Regel meistens zum Scheitern verurteilt. Nimmt man an, dass sich eine Kombiquote von 50 ergibt, so bedeutet dies, dass die Gewinnwahrscheinlichkeit eines solchen Wettscheins nur bei 2% liegt.
Profiwetter haben sich daher schon lange von Kombiwetten verabschiedet und konzentrieren sich vorwiegend auf Einzelwetten. Hin und wieder werden dennoch Kombiwetten eingestreut, doch werden dann zumeist nicht mehr als zwei, maximal drei Spiele auf einmal kombiniert. Langfristig erfolgreiche Wetter wissen zudem, dass nur das Spielen von Bestquoten dauerhafte Gewinne ermöglicht. Wer nur selten wettet und dies hauptsächlich aus Entertainment-Gründen tut, der wird sich wenig darum kümmern ob nun ein Anbieter eine Wettquote von 2,75 auf ein Ereignis bietet und ein anderer Wettanbieter 2,65. Für einen Profiwetter machen solche vermeintlich geringen Quotenunterschiede auf lange Sicht allerdings einen großen Unterschied; schließlich geht es beim gewählten Beispiel um eine Differenz von beinahe vier Prozent. Bei jährlichen Wettumsätzen im sechs- oder sogar siebenstelligen Bereich macht dies sehr wohl einen großen Unterschied in der Endabrechnung aus. Wer nun vorwiegend Kombiwetten platziert der verzichtet freiwillig auf einen Teil des potenziellen Gewinns, denn in der Praxis kommt es nur äußerst selten vor, dass ein Wettanbieter die Bestquote für mehrere Ereignisse bietet.
Abschließend muss noch gesagt werden, dass natürlich nichts dagegen spricht Kombiwetten zu spielen solange man Sportwetten als Hobby betrachtet und nicht ernsthaft erwartet damit Geld zu gewinnen. Wer allerdings ambitioniert ans Werk gehen möchte, der sollte sich umfassende Literatur zur richtigen Wettauswahl besorgen und sich sobald als möglich von den so verlockend erscheinenden Kombiwetten verabschieden. Erfahrene Wettprofis werden bestätigen, dass lediglich Einzelwetten auf lange Sicht gesehen profitabel sein können; die Betonung liegt hierbei auf „können“, denn der wichtigste Erfolgsfaktor bleibt nach wie vor eine gute Wettauswahl. Wer nicht in der Lage ist Sportereignisse im Vorhinein genau zu analysieren und die richtigen Schlüsse zu ziehen, der wird – ganz gleich ob Einzel- oder Kombiwetten gespielt werden – im Minus landen.
Klaus Ladner
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