Wortgleichheit – Der Schimmel ist ein weißes Pferd
Der Begriff Synonomie wird vom griechischen Wort ónyma (Name) abgeleitet und beschreibt den Zustand der Bedeutungsgleichheit oder auch der Bedeutungsähnlichkeit von sprachlichen Ausdrücken.
In der Sprachwissenschaft ist das Synonym seit jeher ein kontrovers diskutierter Begriff, der in Anlehnung an verschiedene Semantiktheorien unterschiedlich definiert wird. Generell ist zwischen totaler und partieller Synonomie zu unterscheiden: Totale Synonomie setzt uneingeschränkte Austauschbarkeit der Synonyme in allen Kontexten voraus. Als Besipiel hierfür gelten Begriffspaare wie Streichholz vs. Zündholz oder Schimmel vs. weißes Pferd.
Partielle Synonomie bezieht sich meist auf Lexeme, die in einigen, aber nicht allen Kontexten austauschbar sind. So kann man beispielsweise einen Brief erhalten oder bekommen, einen Schnupfen aber nur bekommen und nicht erhalten.
Partielle Synonyme sind aber auch solche, die eine Bedeutungsgleichheit aufgrund von geographischen (Metzger vs. Fleischer), stilistischen ( Teenager vs. Backfisch) oder fachterminologischen (vrtikal vs. senkrecht) Ausprägungen aufweisen.
Zur Bestimmung eines lexikalischen Synonyms eignet sich im Allgemeinen die Ersatzprobe, die die Austauschbarkeit der synonymen Begriffe in Sätzen mit identischer Syntax überprüft. Wenn sich in einem solchen Satz das Prädikat, nicht aber die damit verbundene Extension verändern lässt, handelt es sich um ein Synonym, da der der Wahrheitswert des Satzes erhalten bleibt: Das Mädchen mit den Zündholzern reitet auf einem Schimmel vs. Das Mädchen mit den Streichhölzern reitet auf einem weißen Pferd.
Autor: Thomas Trimmel
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